
Waschen gehört zu den Haushaltsaufgaben, die scheinbar von selbst laufen: Trommel füllen, Waschmittel einfüllen, Knopf drücken. Genau diese Routine kostet jedoch häufig mehr Geld und strapaziert die Kleidung stärker, als den meisten bewusst ist. Wer einige Gewohnheiten überdenkt, senkt den Strom- und Wasserverbrauch spürbar und trägt seine Lieblingsstücke deutlich länger. Dabei geht es nicht um teure Geräte oder komplizierte Technik, sondern um ein besseres Verständnis von Temperatur, Dosierung und Beladung. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf es beim alltäglichen Wäschewaschen wirklich ankommt und wo sich am meisten sparen lässt.
Die richtige Temperatur macht den Unterschied
Der größte Teil des Stromverbrauchs beim Waschen entsteht nicht durch das Drehen der Trommel, sondern durch das Aufheizen des Wassers. Eine Wäsche bei 60 Grad benötigt ungefähr das Dreifache an Energie einer Wäsche bei 30 Grad. Für normal verschmutzte Alltagskleidung, also T-Shirts, Hosen oder Pullover ohne besondere Flecken, reichen 30 Grad in aller Regel vollkommen aus. Moderne Waschmittel sind so formuliert, dass sie ihre Reinigungskraft bereits bei niedrigen Temperaturen entfalten.
Höhere Temperaturen sind nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche dürfen gelegentlich mit 60 Grad gewaschen werden, besonders wenn jemand im Haushalt krank war, weil Keime dann zuverlässiger abgetötet werden. Damit die Maschine selbst nicht verkeimt, empfiehlt sich außerdem etwa einmal im Monat ein Waschgang bei 60 Grad mit Pulverwaschmittel, das Fett und Ablagerungen in der Trommel besser löst. Für den Rest der Woche gilt: kühler waschen, häufiger sparen.
Waschmittel bewusst dosieren
Viele Menschen kippen Waschmittel nach Gefühl in die Schublade, meist deutlich zu viel. Überdosierung reinigt nicht besser, sie hinterlässt im Gegenteil Rückstände in der Kleidung, die zu Hautreizungen führen und Stoffe steifer machen. Entscheidend für die richtige Menge sind zwei Faktoren: der Verschmutzungsgrad und die Wasserhärte am Wohnort. In Regionen mit hartem, kalkreichem Wasser wird etwas mehr benötigt, in Gegenden mit weichem Wasser deutlich weniger. Die Wasserhärte lässt sich meist auf der Website des örtlichen Wasserversorgers nachlesen.
Ein praktischer Hinweis: Flüssigwaschmittel ist bequem, enthält aber oft keine Bleiche und weniger Enthärter, sodass es bei hartem Wasser die Maschine stärker verkalken lässt. Pulver reinigt weiße und stark verschmutzte Wäsche gründlicher und schützt die Trommel besser. Wer beides im Schrank hat und je nach Wäscheart wechselt, erzielt bessere Ergebnisse mit weniger Produkt. Weichspüler ist übrigens fast immer verzichtbar; ein Schuss Haushaltsessig im Weichspülfach macht Handtücher ebenso flauschig, ohne die Saugfähigkeit zu verringern.
Die Trommel richtig beladen
Eine halb leere Maschine verbraucht fast genauso viel Wasser und Strom wie eine volle, reinigt aber nicht besser. Wer die Trommel gut füllt, spart pro Kilogramm Wäsche also deutlich. Als Faustregel gilt: Zwischen die oberste Wäscheschicht und die Trommelwand sollte noch eine flache Hand passen. Ist die Trommel bis oben vollgestopft, kann sich die Wäsche nicht mehr frei bewegen, das Waschmittel verteilt sich schlecht und die Kleidung wird nicht richtig sauber.
Sinnvoll ist außerdem, nach Textilart und Farbe zu sortieren, statt alles zusammenzuwerfen. Schwere Jeans und feine Blusen im selben Gang schaden den empfindlichen Stücken. Kleidungsstücke mit Reißverschlüssen sollten geschlossen, empfindliche Teile und Wäsche mit Bügeln in einem Wäschenetz gewaschen werden. Das schützt sowohl die Kleidung als auch die Trommel vor Beschädigungen und verlängert die Lebensdauer beider. Wolle und Seide gehören ohnehin in ein eigenes Schonprogramm mit niedriger Schleuderzahl.
Flecken gezielt vorbehandeln
Der häufigste Grund, warum Menschen heiß waschen, sind Flecken. Dabei lassen sich die meisten Verschmutzungen viel wirksamer durch gezielte Vorbehandlung entfernen als durch hohe Temperaturen. Frische Flecken sollten möglichst sofort behandelt werden, denn eingetrocknete und ins Gewebe eingezogene Rückstände sind ungleich hartnäckiger. Wichtig ist, den Fleck nicht zu reiben, sondern von außen nach innen zu tupfen, damit er sich nicht vergrößert.
Für viele Flecken gibt es einfache Hausmittel. Fett- und Ölflecken lassen sich mit etwas Spülmittel vorbehandeln, das Fett hervorragend löst. Gallseife hilft bei Gras, Obst und Blut, sofern man mit kaltem Wasser arbeitet, denn Blut gerinnt in der Hitze und setzt sich dann erst recht fest. Kaffee- und Teeflecken verschwinden oft schon mit Mineralwasser und etwas Geduld. Wer diese Handgriffe kennt, kommt bei der eigentlichen Wäsche mit niedrigeren Temperaturen aus.
Schonend trocknen statt Strom verheizen
Der Wäschetrockner ist eines der stromhungrigsten Geräte im Haushalt. Wo Platz vorhanden ist, spart die Lufttrocknung auf einem Ständer oder der Leine also bares Geld und schont zugleich die Fasern, denn die mechanische Belastung und Hitze im Trockner lassen Kleidung schneller verschleißen. Die Flusen im Sieb sind nichts anderes als abgeriebenes Gewebe. An der Luft getrocknete Wäsche hält länger.
Wer in der Wohnung trocknet, sollte gut lüften, damit die Feuchtigkeit nach draußen gelangt und sich kein Schimmel bildet. Ideal ist Stoßlüften mehrmals täglich mit weit geöffnetem Fenster. Wäsche, die vor dem Aufhängen kräftig ausgeschüttelt und glatt gezogen wird, trocknet gleichmäßiger und muss anschließend seltener gebügelt werden, was zusätzlich Zeit und Energie spart.
Die Waschmaschine pflegen
Eine gepflegte Maschine wäscht besser, verbraucht weniger und hält länger. Das Flusensieb sollte alle paar Wochen gereinigt werden, ebenso die Waschmittelschublade, in der sich Rückstände und mitunter Schimmel ansammeln. Nach jedem Waschgang lohnt es sich, die Tür und die Gummidichtung einen Spalt offen zu lassen, damit die Trommel abtrocknen kann und kein muffiger Geruch entsteht.
Gegen Kalk, den größten Feind jeder Waschmaschine, hilft der bereits erwähnte gelegentliche Heißwaschgang ebenso wie die richtige Waschmitteldosierung. Teure Spezialtabs sind meist überflüssig. Wer die Maschine gut behandelt, verhindert teure Reparaturen und verlängert ihre Lebensdauer um Jahre, was am Ende mehr spart als jeder einzelne Waschgang.
Waschen muss also weder teuer noch schädlich für die Kleidung sein. Wer niedriger wäscht, bewusst dosiert, die Trommel gut füllt und Flecken vorbehandelt, senkt seine Kosten und schont zugleich Textilien und Umwelt. Diese kleinen Änderungen kosten nichts, summieren sich aber über das Jahr zu einer spürbaren Ersparnis und zu Kleidung, die länger schön bleibt.